Handbuch 5. Auflage
6 Vorwort nellen Denk- und Handlungsformen darzustellen, in denen sich die Soziale Arbeit in den letzten Jah- ren konsolidiert und bewährt hat, ebenso aber die alten unerledigten und die sich neu abzeichnen- den Probleme und Herausforderungen deutlich zu machen und von da aus schließlich kritisch- selbstkritische und weitergreifende Impulse für Entwicklungsaufgaben zu geben. Das Handbuch will den Eigensinn der Sozialen Arbeit stärken und damit den derzeitig so vielfältigen Überfrem- dungen und In-Dienstnahmen für Zwecke, die ihrem Auftrag zuwiderlaufen, offensiv begegnen. Das Handbuch versucht, die theoretische Kom- plexität zu repräsentieren und durchsichtig zu machen und die sozialarbeiterisch-sozialpädago- gische Professionalität zu stärken, damit sie sich durch Wissen und Reflexion in die Lage versetzt sieht, den Anforderungen in Praxis und Theorie gerecht zu werden. Von hier aus ergeben sich neue Gewichtungen, vor allem aber verschiebt sich die Relevanz vonThemen, manche treten in den Hintergrund und neue müs- sen aufgegriffen werden. Angesichts der gesellschaft- lichen Widersprüche und Verwerfungen geht es um die vertiefte Strukturanalyse unserer gesellschaftli- chen Verfasstheit und darin ebenso um ihre sozial ethische Fundierung in der Widersprüchlichkeit der politischen Positionskämpfe wie um die Konsequen- zen für die sozialstaatlichen Wandlungsprozesse. Neue Bedeutung gewinnen aber z.B. auch Fragen der Neuplatzierung der Sozialen Arbeit in Bezug zu den Aufgaben von Care und vor allem von Bildung und Bildungswesen mit dessen vielfältigen Bedeu- tungen und institutionellen Überlappungen. Es geht aber z.B. auch um die verstärkte Berücksichtigung von Emotionen und von psychologischen Grund- konzepten, um die Öffnung der methodischen Handlungsmuster in Bezug auf die Bearbeitung bio- grafischer und struktureller Problemlagen sowie – gleichsam komplementär dazu – um die sozialpäd agogisch verantwortete Einbindung und Gestaltung methodischer Transparenz und vor allem der organi- satorischen und manageriellen Strukturen mit ihren sich stark verändernden Rahmenbedingungen. Für Gliederung und Aufbau der vorliegenden Auflage haben wir Prinzipien, die schon die Arbeit an der dritten Auflage bestimmt haben, weiterver- folgt und profiliert. Eher zusammenfassende, groß geschnittene Themenkomplexe, in denen speziel- lere Darstellungen aufgegangen sind, sollen aber nun dazu dienen, in der Unübersichtlichkeit der so ausgefächerten Diskussion und ihrer zunehmenden Zersplitterung Zusammenhänge undHintergründe zu verdeutlichen. Der Offenheit der gegebenen Diskussion entsprechend haben wir unterschiedli- che Zugänge und Positionen zur Darstellung kom- men lassen. Das Handbuch ist, wie die früheren Auflagen, nach Stichworten alphabetisch geordnet; eine the- matische Gliederung wäre angesichts der offenen und im Fluss befindlichen Diskussion nicht tragfä- hig genug, um das vorhandene Wissen für die nächste Periode der Theorie- und Empirieproduk- tion verfügbar zu halten. Eine systematische inhalt- liche Zuordnung der Artikel, die das Inhaltsver- zeichnis ergänzt, und vor allem das detaillierte Sachregister machen die vielfältigen Zusammen- hänge und Korrespondenzen deutlich und erhöhen so den Gebrauchswert des Handbuchs. Wir danken den AutorInnen der 5. Auflage für ihr bereitwilliges Engagement, ihre Expertise verfüg- bar zu machen. Besonders danken wir unseren Kol- legInnen Klaus Grunwald, Karin Böllert, Gaby Flösser und Cornelia Füssenhäuser. Schließlich gilt unser Dank auch der Lektorin des Ernst Reinhardt Verlages, Eva Reiling, für ihre vielfältigen Unterstützungen. Bielefeld und Tübingen, im Juli 2014 Hans-Uwe Otto und Hans Thiersch
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