Handbuch 5. Auflage

1262 Bois · Ide-Schwarz  Tab. 1:  Entscheidungskriterien und Qualitätsmerkmale in der Kooperation von Psychiatrie und Erziehungshilfen Psychiatrische und psychothera­ peutische Entscheidungskriterien Qualitätsmerkmale geeigneter sozialpädagogischer Hilfen – Ambivalente Beziehungen zur Herkunfts- familie – Manipulative Familiensysteme – Loyalitätskonflikte – Misstrauisch-verschlossene Familien­ systeme – Zurückhaltung bei Hilfen, die als Konkurrenz zur Familie erlebt werden (= neue Beheimatung) – Professionalität und innere Distanz zum Klienten – Familienhilfe und andere aufsuchende Dienste – Fortlaufende Supervision der Helfer – Kontaktstörungen (autistisches Spektrum) – Ich-strukturelle Störungen (schizophrenes Spektrum) – Kleine, überschaubare Gruppen – Möglichkeit der Ausbildung von Nischen und Rück- zugsmöglichkeiten – Möglichkeit, den Patienten ggf. vor sozialen An- forderungen zu schützen – Reizarmut – Einzelbetreuung und zusätzliche Orientierungshilfen – Schnittstelle zur Psychiatrie muss gut ausgebaut sein – Sozialphobie (Schulphobie) – Wohnen und pädagogische Angebote müssen eng verknüpft sein mit einem schulischen Angebot in räumlicher Nähe – Evtl. muss sanfter Druck ausgeübt werden können – freiheitseinschränkende Maßnahmen zum Erreichen einer Trennung von der Familie müssen denkbar / vorstellbar sein – Intellektuelle Einschränkungen – Ländliche anstatt städtische Wohnmöglichkeiten – Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten im praktischen Bereich, geeignete Schule, geeignete Ausbildungs- möglichkeiten unmittelbar vor Ort – Geborgenheit, Schutz vor Überforderung – Einer Gefahr der Ausgrenzung durch Position als schwächstes Glied einer Gruppe muss begegnet werden können – Familiäre Erfahrungsdefizite – Kinder psychisch kranker Eltern – Soziale und familiäre Deprivation – Geborgenheit, familienähnliches Betreuungsumfeld – Ergänzende Bindungsangebote – Kontinuität, Verfügbarkeit von Beziehungen auf Abruf, Anlaufstationen (Feuermelder bei Krisen) – Störungen des Sozialverhaltens – Reaktive Bindungsstörungen – Expansives und / oder aggressives Verhalten – Verwahrlosung – Verbindlichkeit (von Regeln, Strukturen und Kon- sequenzen) hat Vorrang gegenüber familiärer Geborgenheit – Freiheitseinschränkende Maßnahmen müssen eventuell erwogen werden – Unverkrampftes Verhältnis bezüglich der Eingriffs- möglichkeiten der Justiz – Einerseits: Hilfen mit hohem Einsatz – Andererseits: Verzicht auf Hilfen (d. h. allmählicher Rückzug aus allen Hilfen bei Erfolglosigkeit)

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