Handbuch 5. Auflage
Ausbildung für Soziale Arbeit in Europa 127 Auch Mazedonien war eine Teilrepublik Jugosla- wiens und konnte daher, wie Kroatien und Serbien, auf den vorhandenen Strukturen aufbauen. Die Ausbildung für Soziale Arbeit ist an der Universität Skopje am Institut für Sozialarbeit und Sozialpoli- tik mit den Abschlussmöglichkeiten BA, MA und Promotion institutionalisiert. In Ungarn erfolgt die Ausbildung für Soziale Be- rufe einerseits an Fachschulen, Pädagogischen Hochschulen und Universitäten im Rahmen des öffentlichen Bildungssystems, andererseits durch eine Reihe von Non-Profit-Organisationen oder marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in Rumänien werden seit 1990 an 17 Universitäten und sechs Fachhochschulen ausgebildet. BA- und Master- Studiengänge sind eingeführt, auch die Fachhoch- schulstudiengänge (drei Jahre) dürften in solche umgewandelt werden. 2004 wurden in Moldawien Standards zur Ausbil- dung für Soziale Arbeit herausgegeben, die an der dortigen Universität umgesetzt wurden. Auch wird die Ausbildung durch die internationalen Koope- rationen im Rahmen des Bologna-Prozesses sich künftig noch verändern. In Bulgarien ist die Sozialarbeitsausbildung seit der Wende an Colleges und Universitäten angesiedelt und schließt mit den Graden „Spezialist“ (drei Jahre College), Bachelor (vier Jahre) und Master (plus ein Jahr) ab. An zwei Universitäten existieren inzwischen auch Promotionsstudiengänge (PhD). In Russland haben sich die Begriffe „Sozialarbeit“ und „Sozialpädagogik“ noch nicht im vollen Um- fang durchsetzen können, auch werden in Russ- land momentan neue Ausbildungsbereiche und Arbeitsfelder begründet, sodass eine begriffliche und inhaltliche Festlegung schwierig ist. In Weißrussland ist die Anzahl der Studierenden seit Mitte der 1990er Jahre signifikant angestiegen. Ähnlich wie in Slowenien wird hier u. a. das „Theo- rie-Praxis-Problem“ diskutiert. Auch in der Ukraine steigt die Nachfrage nach aus- gebildeten Sozialarbeitern stetig an, auch hier wer- den, ähnlich wie in Tschechien, derzeit einheitliche Standards festgelegt. Südeuropa In Italien wurden mit einer Universitätsreform 2005 fast alle Studiengänge auf die neue Studien- ordnung umgestellt, wobei der dreijährige Studi- engang „Laurea di primo livello“ dem Bachelor entspricht, das optional darauf aufbauende Mas- ter-I-Studium dauert nur ein Jahr und entspricht daher nicht dem „3+2“-Modell; mit ihm korres- pondieren die „Laurea Specialista“, auf der ein Master-II-Studium aufbauen kann. Noch ist un- klar, wie die neuen Abschlüsse heißen. In San Marino existiert keine eigenständige Ausbil- dung im Bereich der Sozialen Arbeit, es gibt jedoch spezifische Ausbildungsangebote des „Dienstes für Information, Fort- undWeiterbildung“. SanMarino kooperiert mit italienischen Universitäten. Im Vatikanstaat gibt es keine öffentliche Ausbildung für soziale Berufe; allerdings unterhalten viele Orden oder religiöse Kongregationen soziale Einrichtungen und bilden auch für soziale Berufe aus. In Malta spiegelt sich ein seit den 1985er Jahren enorm angestiegenes Wachstum im Bereich der Ausbildung für Soziale Dienste wieder. Spanien bildet für soziale Berufe an Berufsschulen und an eigenen Fachbereichen für Sozialarbeit an Universitäten aus. Die Hochschulausbildung endet mit den Abschlüssen Diplom (drei Jahre), Magister (plus zwei Jahre) und Promotion (im Anschluss an den Magisterabschluss). In Andorra werden momentan neue Ausbildungs- gänge im tertiären Bildungssektor geschaffen, die Ausbildung für Soziale Berufe genießt in dem Land einen hohen Stellenwert. In Portugal gehören seit der Revolution von 1974 die drei staatlichen Schulen in Lissabon, Porto und Coimbra zum tertiären Bereich und wurden 1979 in Fachhochschulen für Soziale Dienste umgewandelt. Ab 1985 wurden auch private Fachhochschulen zugelassen. Die universitäre Ausbildung begann 1980 an der TU Lissabon, es folgten Studiengänge an der Katholischen Uni- versität Vizeu und im Jahr 1998 die fünfjährige Ausbildung an der Universität von Trás-os-Mon- tes e Alto Douro. In Griechenland findet Ausbildung für Soziale Ar- beit seit 1984 ausschließlich an inzwischen vier staatlichen Technischen Fachhochschulen (T.E.I.) mit unterschiedlich orientierten Studiengängen statt; das Studium dauert acht Semester.
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