Handbuch 5. Auflage

Soziale Arbeit in den USA 1425 fektive proaktive Strategie, mit der diesen beispiel- losen Herausforderungen begegnet werden kann, werden die SozialarbeiterInnen ihre historischen Ziele kaum erreichen können. Eine internationale Dimension Ein ermutigendes Zeichen in den USA seit Beginn der 2000er Jahre ist die wachsende Aufmerksam- keit innerhalb der Berufsorganisation für internati- onale Angelegenheiten und eine gesteigerte Beto- nung der Menschenrechte und der sozialen Entwicklung in der Ausbildung Sozialer Arbeit. So- wohl die „National Association of Social Workers“ (NASW) als auch der „Council on Social Work Education“ (CSWE) verzeichnen darin einen be- eindruckenden Fortschritt, sich an einer internati- onalen Perspektive auszurichten. Durch die Arbeit der Abteilung „Human Rights and International Affairs“ (HRIA) der Berufsorganisation NASW hat diese erkannt, wie wichtig es ist, die Bemühungen um Chancengleichheit und Menschenrechte in den USA mit den vergleichbaren Bemühungen auf der ganzen Welt zu verbinden. Um entsprechende Ziele zu erreichen, hat die NASW Partnerschaften mit einigen internationa- len Organisationen gebildet und ist aktiver Teil- nehmer an Zusammenschlüssen verschiedener Agenturen. Die NASW ist auch in themenbezo- gene Projekte involviert wie z. B. in die Kampagne für die Ratifizierung der Konventionen der Kinder- rechte und in die Arbeitsgruppe „Ratification of the U.N. Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women (CE- DAW)“. Die NASW verfolgt ihre Interessen an Themen wie Kinder- und Jugendwohlfahrt, Hilfs- programme für das Ausland, Geschlechtergleich- heit, globale Gesundheit, Immigration und Wie- dereingliederung von Flüchtlingen, internationale Frauenrechte, Frieden und soziale Gerechtigkeit sowie psychologische Unterstützung von KlientIn- nen. Außerdem ist sie Partner verschiedener inter- nationaler Organisationen für Soziale Arbeit wie z. B. die „International Federation of Social Wor- kers“, das „International Council on Social Wel- fare“, die „International Association of Schools of Social Work“ und weiteren spezifischen Vereini- gungen der SozialarbeiterInnen verschiedener Län- der wie z. B. Tansania und Korea (NASW 2013). Auch die CSWE hat ihre internationalen Bildungs- optionen für die Hochschulen der Sozialen Arbeit und deren StudentInnen ausgeweitet und dafür ge- sorgt, dass sich Lehrinhalte im Bachelor- und Mas- terprogramm entsprechend differenzierter entwi- ckeln. Das ist besonders wichtig, da seit Beginn der 2000er Jahre in den USA ein enormes Wachstum der Studiengänge in der Sozialen Arbeit stattgefun- den hat. Im Oktober 2012 gab es 482 Bachelor- und 219 Masterprogramme in den USA und meh- rere Dutzend sind in Vorbereitung. Die CSWE zeichnet Organisationen aus, die sich in besonderer Art und Weise für internationale Arbeit engagiert haben und fördert durch das Institut Katherine A. Kendall beispielgebende Projekte in der ganzen Welt, zuletzt die China Association of Social Work Education. Das CSWE reflektiert auch die größer werdende Verpflichtung gegenüber internationalen Diskursen in ihren ausbildungspolitischen Akkreditierungs- standards (CSWE 2009). Dies geschieht im Allge- meinen durch das Einbeziehen der Grundwerte der sozialen Gerechtigkeit und Menschenrechte. Im Be- sonderen entwickelt das CSWE einen Bildungsstan- dard, der Ausbildungsinstitutionen dazu auffordert, bestimmte Inhalte zu berücksichtigen. Bildungspolitik – Die Verbreitung von Menschenrechten und sozial- ökonomischer Gerechtigkeit Jede Person, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Posi- tion, hat grundlegende Rechte, wie z.B. Freiheit, Sicherheit, Privatsphäre, angemessener Lebensstan- dard, Gesundheitsversorgung und Bildung. Soziale Arbeit schließt in ihre Zielsetzung soziale Gerechtig- keit mit ein und praktiziert diese in Organisationen, um sicherzustellen, dass diese grundlegenden Men- schenrechte in den Institutionen der Gesellschaft Verbreitung finden. Daraus entwickelt sich ein pro- gressives Kompetenzprofil für SozialarbeiterInnen. Dieses beinhaltet das Verstehen der Mechanismen und Ausformungen von Unterdrückung und Dis- kriminierung, das Eintreten für Menschenrechte und soziale und ökonomische Gerechtigkeit und das Durchsetzen von Praktiken, welche für soziale und ökonomische Gerechtigkeit sorgen. Diese Trends lassen seit Ende der 1990er Jahre auf eine umfas- sende Veränderung der Hochschulausbildung für

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