Handbuch 5. Auflage

1822 Stauber · Walther  Voraussetzung für die Motivation ist, sich für den eigenen Übergang zu engagieren. Partizipation be- deutet dabei Wahlmöglichkeiten zwischen Über- gangshilfen, Flexibilität für individualisierte Über- gangskonstellationen,OffenheitvonBeratungs-und Orientierungsprozessen, Zeit und Raum, um aus- zuprobieren, Anerkennung der Legitimität subjek- tiver Berufswahlansprüche unabhängig von ihren Realisierungschancen, Vertrauensbeziehungen zu Professionellen anstatt institutionelle Normalisie- rungszwänge, Raum für das Austragen von Kon- flikten sowie die Einbeziehung der junger Frauen und Männer als „SozialpartnerInnen“ in die Steue- rung übergangspolitischer Institutionen (Stauber et al. 2007; Walther 2008). Sozialpädagogik des Übergangs ist dabei ein Ver- such, die Jugendberufshilfe angesichts der Entstan- dardisierung von Lebensläufen aus ihrer Nachran- gigkeit gegenüber anderen Institutionen zu befreien. Allerdings erfordert ein solcher Paradig- menwechsel eine Integrierte Übergangspolitik, die nicht nur Verhandlungsrechte junger Erwachsener absichert, sondern sich aus einer ganzheitlich-bio- graphischen Perspektive durch eine stärkere Koor- dination und Durchlässigkeit zwischen übergangs- relevanten Politikbereichen sowie durch eine Balance von Flexibilität und Absicherung, etwa durch eine Grundsicherung im Übergang, aus- zeichnet (Walther 2006; Stauber et al. 2007). In- tegrierte Übergangspolitik erfordert auch eine neue Qualität institutioneller Reflexivität, da Unterstüt- zung für junge Frauen und Männer in ihren indivi- dualisierten Übergangslagen Unterschiedliches be- deutet und sich unterschiedlich auswirkt. Literatur Ahmed, S. (2008): Sozial benachteiligte und ausbildungs- unreife junge Frauen und Männer!? Oder: die individuali- sierte Deutung schwieriger Übergänge in Ausbildung und Arbeit. In: Rietzke, T., Galuske, M. (Hrsg.): Lebensalter und Soziale Arbeit. Band 4: Junges Erwachsenenalter. Schneider Hohengehren, Baltmannsweiler, 174–199 Alheit, P., Dausien, B. (2000): Die biografische Konstruktion der Wirklichkeit. Überlegungen zur Biografizität des So- zialen. In: Hoerning, E.M. (Hrsg.): Biografische Sozialisa- tion. Lucius, Stuttgart, 257–283 Arnold, H., Böhnisch, L., Schröer, W. (Hrsg.) (2005): Sozial- pädagogische Beschäftigungsförderung. Juventa, Wein- heim/München –, Lempp, T. (Hrsg.) (2007): Regionale Gestaltung von Über- gängen in Beschäftigung. Juventa, Weinheim/München Beck, U. (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp, Frankfurt/M. Blossfeld, H.-P., Klijzing, E., Mills, M., Kurz, K. (Hrsg.) (2005): Globalization, Uncertainty and Youth in Society. Routledge, London BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008a): Berufsbildungsbericht 2008. Bertelsmann, Biele- feld – (2008b): Bildung in Deutschland 2008. Bertelsmann, Bie- lefeld Bock, K. (2008): Junge Erwachsene in Ost und West. In: Rietzke, T., Galuske, M. (Hrsg.): Lebensalter und Soziale Arbeit. Band 4: Junges Erwachsenenalter. Schneider, Ho- hengehren/Baltmannsweiler, 70–81 Böhnisch, L. (2008): Sozialpädagogik der Lebensalter. 5.Aufl. Juventa, Weinheim/München –, Schröer, W., Thiersch, H. (2005): Sozialpädagogisches Denken. Juventa, Weinheim/München Bois-Reymond, M.D., Leccardi, C., Magaraggia, S., Menz, S. (2008): Young Parenthood, Agency and Social Change. Thematic Report for the UP2YOUTH-Project. In: http:// www.up2youth.org/downloads/task, cat_view/gid,19/, 25.10.2009 Bothmer, H.v. (2001): Jugendsozialarbeit in der Jugend- hilfe – Ein Überblick. In: Fülbier, P., Münchmeier, R. (Hrsg.): Handbuch Jugendsozialarbeit. Votum, Münster, 443–468 Brock, D. (1991): Übergangsforschung. In: Brock, D., Hant- sche, B., Kühnlein, G., Meulemann, H., Schober, K. (Hrsg.): Übergänge in den Beruf. Zum Stand der For- schung. DJI, Weinheim/München, 9–27 Burkart, G. (2006): Die Ausweitung der Bekenntniskul- tur – neue Formen der Selbstthematisierung? VS-Verlag, Wiesbaden BZgA (2007): Jugendsexualität 2006. RepräsentativeWieder- holungsbefragung von 14–17jährigen und ihren Eltern. BZgA, Köln Eberhard, V. (2006): Das Konzept der Ausbildungsreife. Ein ungeklärtes Konstrukt im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen. Ergebnisse aus dem BIBB. Wissenschaftliche Diskussionspapiere 83. BIBB, Bonn Esping-Andersen, G. (1990): The Three Worlds of Welfare Capitalism. Polity Press, Cambridge Eurobarometer (2007): Young Europeans. A Survey Among Young People Aged between 15–30 in the European Union. Analytical Report. Eurostat, Brüssel Galuske, M. (2004): Lebensweltorientierte Jugendsozialar- beit. In: Grundwald, K., Thiersch, H. (Hrsg.): Praxis lebensweltorientierter Sozialer Arbeit. Juventa, Wein- heim/München, 233–247

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