Handbuch 5. Auflage
334 Jungblut haben, besteht eine Minderheit der Mitglieder auf die Fortsetzung der repressiven Strategie. Die Entwicklung des Gebrauchs illegaler Drogen in Europa Berichte der „Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht“ zum Stand der Drogen- problematik in Europa geben u. a. auch Auskunft über Drogenkonsum und Drogenkonsumenten. Der aktuelle Jahresbericht (2007) gibt Auskunft über den Drogenkonsum der erwachsenen Bevöl- kerung (15–64 Jahre) in allen Mitgliedsstaaten. Cannabis : Einer von fünf europäischen Erwachse- nen hat in seinem bisherigen Leben schon einmal Cannabis konsumiert, die Lebenszeitprävalenz be- trägt insofern 70Mio. Erwachsene; die 12-Monats- prävalenz 23Mio. europäische Erwachsene und die 30-Tageprävalenz 13Mio. Erwachsene im Alter zwischen 15–64 Jahre. Kokain : Vier Prozent der europäischen Erwachse- nen, also 12Mio., beträgt die Lebenszeitprävalenz; die 12-Monatsprävalenz 45Mio. und die 30-Ta- geprävalenz etwa 2Mio. Erwachsene. Ecstasy : Hier beträgt die Lebenszeitprävalenz 9,5Mio., d.h. etwa 3% der Erwachsenen in den Staaten der EU; die 12-Monatsprävalenz etwa 3Mio. und die 30-Tageprävalenz über 1Mio. Erwachsene. Amphetamine : In der europäischen Union beträgt die Lebenszeitprävalenz ca. 11Mio. oder 3,5% der Erwachsenen; die Prävalenz in den letzten 12 Mona- ten 2Mio. und die 30-Tageprävalenz unter 1Mio. Opioide : Vergleichbare Prävalenzen wie bei den bis- lang aufgeführten illegalen Substanzen weist der Bericht von 2007 in Bezug auf Opioide nicht aus, auch die Berichte aus 2005 und 2006 melden hier Fehlanzeige. Stattdessen notiert der EBDD-Bericht von 2007: problematischer Opioidkonsum zwi- schen einem und acht Fälle je 1.000 Erwachsene. Dies entspricht etwa 1,5Mio. problematischen Opioidkonsum in der EU. Offensichtlich sei je- doch – so der Bericht weiter – dass sich der Opio- idkonsum stabilisiert habe, denn auch im Vergleich mit den zurückliegenden Jahren (2004–2006) habe sich diese Zahl nur unwesentlich verändert. Die EBDD stellt in ihren Analysen und Doku- mentationen besonders den problematischen Dro- genkonsum heraus. Laut Bericht ist er ein Problem, von dem nicht mehr nur Gruppen junger, sozial nicht integrierter Erwachsener, sondern nun auch zunehmend heterogene Gruppen betroffen seien. Für die EBDD sind Heroinkonsum und injizieren- der Drogenkonsum die wichtigsten Komponenten für problematischen Drogenkonsum. In der Ver- gangenheit bedeutete problematischer Drogen- konsum in vielen Ländern vor allem Konsum von Heroin, inzwischen nehmen jedoch der polyvalente Drogenkonsum und der Konsum von Stimulanzen immer mehr zu (Bericht der EBDD 2005; 2006; 2007) Die Entwicklung des Gebrauchs illegaler Drogen in Deutschland Neben vielen regional gültigen Berichten zur Lage des legalen und illegalen Drogenkonsums sind in Deutschland vor allem der jährliche „Drogen- und Suchtbericht“ der Drogenbeauftragten der Bundes- regierung, der Bericht der „Deutschen Referenz- stelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht“ (DBDD) an die Euro- päische Beobachtungsstelle für Drogen und Dro- gensucht“ (EBDD) und die Drogenaffinitätsstu- dien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu nennen. Ich beziehe mich in der folgenden nationalen Analyse – wenn nicht anders gekennzeichnet – auf den Bericht der DBDD, da auch dessen Daten überwiegend den jährlichen Drogen- und Suchtberichten der Bundesregierung zugrunde liegen, sowie auf die Studien der BZgA von 2007. In Deutschland beträgt die Lebenszeitprävalenz für illegale psychoaktive Substanzen etwa 23,7% der Erwachsenenbevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahre (Pfeiffer-Gerschel et al. 2008, 22), für 12–13-Jährige 0,4%, für 14–17-Jährige 12,8% und für 18–19-Jährige 32,3% (BZgA Studie 2007, 7). Am häufigsten handelt es sich dabei um Cannabis – 12,6Mio. Menschen haben diese Substanz schon einmal genommen, alle an- deren Drogen werden deutlich seltener gebraucht. Auch der problematische Drogenkonsum ist deutlich seltener zu finden, wenn man die von der EBDD vorgegebene Definition berücksichtigt: „Der problematische Drogenkonsum wird als in- jizierender bzw. langjähriger oder regelmäßiger Konsum von Opiaten, Kokain und / oder regel- mäßiger Konsum von Opiaten, Kokain und / oder
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