Handbuch 5. Auflage

Gender-Mainstreaming in der Sozialpädagogik 551 Sozialpädagogik als prädestinierter, öffentlich verantworteter, gesellschaftlicher Bereich für die Ausgestaltung und Gewährleistung von sozialer Gender-Politik und Gender-Gerechtigkeit Sozialpädagogik als Ort, Zeitalter, Handlungsauf- trag und permanente professionelle und diszipli- näre Arbeit, um soziale Gerechtigkeit in sozialen Rechtsstaaten und Demokratien zu realisieren, und Gender-Mainstreaming mit der besonderen Fokus- sierung auf die sozialen Ungerechtigkeiten bilden zwei Seiten der gleichen Medaille: Wer grund- legend sozialere Verhältnisse in den Generations-, Entgelt-, Geschlechterverhältnissen und somit in allen relevanten Definitionsverhältnissen sozialer demokratischer Gesellschaften, in Strukturen, Or- ganisationen und Interaktionen für die Zukunft gestalten will, braucht unabdingbar beide. Denn auch international wird 2010 mit Rekurs auf den Capability-Ansatz befunden: „[…] that gender and social justice have multiple interrelated understan- dings, and that our approach to securing equalitiy must consider not only distribution of outcomes, but the enjoyment of processes and relationships“ (Lumby 2010). Der dafür prädestinierte Gesell- schaftsbereich zur Gestaltung und Gewährleistung ist die Sozialpädagogik in ihrer besonderen sozialen Konstruktion und Konstitution in Profession und Disziplin. Literatur Beck, U. (1988): Gegengifte – Die organisierte Unverant- wortlichkeit. Suhrkamp, Frankfurt/M. Bitzan, M., Bolay, E., Thiersch, H. (Hrsg.) (2006): Die Stimme der Adressaten. Empirische Forschung über Er- fahrung von Mädchen und Jungen mit der Jugendhilfe. Juventa, Weinheim/München Böllert, K., Karsunky, S. (Hrsg.) (2008): Genderkompetenz in der Sozialen Arbeit. VS, Wiesbaden DECET (Diversity in Early Childhood Education and Trai- ning) (2007): Orientierungen für die pädagogische Praxis. DECET – Diversity in Early Childhood Education and Training. In: www.decet.org/brochure/DECETgerman- WEB.pdf , 07.04.2010 Karsten, M.-E. (2008): Wissen – können – tun: Forschen von und für Erzieherinnen als professionsbedeutsame Heraus- forderung in diesen personenbezogenen, sozialen Frauen- berufe. Expertise im Rahmen der PiK-Initiative der Robert Bosch Stiftung, erarbeitet für das Teilprojekt Dresden. Ei- genverlag der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart – (2000a): Frauen und Führung – auf das Management kommt es an. In: Wunderlich, T., Hugoth, M., Jansen, F.: Themenwechsel. Die Zukunft lernt im Kindergarten. Po- sitionen und Impulse. Verband Katholischer Tageseinrich- tungen für Kinder, Freiburg/Br., o.S. – (2000b): Personenbezogene Dienstleistungen für Frauen. Aktuelle Tendenzen und Entwicklungserfordernisse. In: Friese, M. (Hrsg.): Modernisierung personenorientierter Dienstleistungen. Innovationen für die berufliche Aus- und Weiterbildung. Leske&Budrich, Opladen, 74–88 Lumby, J. (2010): Deconstructing gender and social justice in an democratic society. Paper, Annual DGFE Congress, 14.–17. März, Mainz Meyer, Chr. (2006): Also, der Mann im Kindergarten, die Kinderherzen fliegen einen sofort zu. Neue Praxis 3, 269– 285 Maurer, S. (2004): Zum Verhältnis von Frauenbewegungen und Sozialer Arbeit um 1900 – Versuch einer historisch- systematischen Kontextualisierung nebst Überlegungen zu einer reflexiven Historiographie in der Sozialpädagogik. Habilitationsschrift, Hildesheim Rabe-Kleberg, U. (2003): Gender mainstreaming und Kin- dergarten. Beltz, Weinheim/Basel Rohrmann, (2007): Männer in Kindertagesstätten. Es wer- den mehr, aber nur allmählich. Switboard 182, 4–7 Stark, A. (2002): In whose hands? Of work, gender, ageing and care in three European countries. Tema Genus, Report 2, University of Linköping Stiegler, B. (2006): Mutter – Vater – Kind – Los. Eine Ana- lyse des Geburtenrückgangs aus der Geschlechterperspek- tive. Abteilung Arbeit und Sozialpolitik Expertisen zur Frauenforschung. Eigenverlag der Friedrich-Ebert-Stif- tung, Bonn – (2000): Wie Gender in den Mainstream kommt: Konzepte, Argumente und Praxisbeispiele zur EU-Strategie des Gen- der Mainstreaming. FES-Library, Bonn

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM0NTA=